XV. Parzival und Lohengrin
Die Weisen, die in Nord- und Mitteleuropa den Völkern die Geheimnisse der Welt erzählt haben, waren die Druiden. «Druide» heißt soviel wie «Eiche». Wenn man sagt, daß die Deutschen «unter Eichen» ihren Gottesdienst gefeiert haben, so bedeutet das nicht allein, daß sie wirklich unter natürlichen Eichen ihren Gottesdienst feierten, sondern es bedeutet auch, daß sie unter der Leitung der Druiden waren. Und wenn es heißt, daß Bonifatius «die Eiche gefällt» habe, so bedeutet das, daß der alte Druiden-Gottesdienst durch das Christentum überwunden wurde. In Form der Sage wurde eine wahre Tatsache gegeben. Der Druide brachte die wahren Tatsachen in die Sagen hinein. Der Druidenpriester sprach schon zu all den Seelen, die heute unsere Weltanschauung aufnehmen. Er sprach zu ihnen so, wie es für die damalige Zeit geeignet war. Wir alle, die wir die theosophische Weltanschauung aufnchmen, haben dasselbe schon früher als Mythen und Märchen gehört, sonst würden wir es heute gar nicht verstehen können. Das ist das Geheimnis der großen Meister: Sie leben ganz in dem Bewußtsein, daß sie unter Menschen sind, die immer wieder verkörpert werden.