XV. Parzival und Lohengrin

GA 92/1905-12-03/p005 ·1905-12-03 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen)» (Sixteen lectures, given in Berlin, Cologne and Nuremberg in 1904, 1905 and 1907 (listeners' notes)). The volume's subtitle as given in the publisher's description, mirrored on AnthroWiki (GA 92); the 2022 catalogue's subtitle omits it. The translation is the maintainer's, not a published one.

Die Weisen, die in Nord- und Mitteleuropa den Völkern die Geheimnisse der Welt erzählt haben, waren die Druiden. «Druide» heißt soviel wie «Eiche». Wenn man sagt, daß die Deutschen «unter Eichen» ihren Gottesdienst gefeiert haben, so bedeutet das nicht allein, daß sie wirklich unter natürlichen Eichen ihren Gottesdienst feierten, sondern es bedeutet auch, daß sie unter der Leitung der Druiden waren. Und wenn es heißt, daß Bonifatius «die Eiche gefällt» habe, so bedeutet das, daß der alte Druiden-Gottesdienst durch das Christentum überwunden wurde. In Form der Sage wurde eine wahre Tatsache gegeben. Der Druide brachte die wahren Tatsachen in die Sagen hinein. Der Druidenpriester sprach schon zu all den Seelen, die heute unsere Weltanschauung aufnehmen. Er sprach zu ihnen so, wie es für die damalige Zeit geeignet war. Wir alle, die wir die theosophische Weltanschauung aufnchmen, haben dasselbe schon früher als Mythen und Märchen gehört, sonst würden wir es heute gar nicht verstehen können. Das ist das Geheimnis der großen Meister: Sie leben ganz in dem Bewußtsein, daß sie unter Menschen sind, die immer wieder verkörpert werden.

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