{"corpus":"steiner","locus":"GA 92/1905-12-03/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In Skandinavien und in Rußland hatte man den Druidenmysterien entsprechend die Drottenmysterien. «Drotte» ist eine andere Form für Druide. Überall in den alten Mysterien ist Sig der Name des ursprünglichen, großen Eingeweihten. Alle Namen, die mit «Sig» zusammengesetzt sind, führen zurück auf Sig, so zum Beispiel Sigurd, Sigmund, Sieglinde und so weiter. Siegfried war der Eingeweihte, der in der Einweihung den Frieden gefunden hatte. «Friede» bedeutet das, was den Menschen hinüberführt über alle Zweifel; es ist die Befriedigung der Sehnsucht, der Sehnsucht nach Wissen, nach Macht. Siegfried wird in allen Bildern dargestellt als der Unverwundbare. Achilleus, der griechische Eingeweihte, ist an einer Stelle verwundbar geblieben, an der Ferse. Siegfried ist nach der Überwindung des Drachens unverwundbar geworden, bis auf eine Stelle, die Stelle zwischen den Schulterblättern. Das ist da, wo das Kreuz zu tragen ist. Dieses Sinnbild spielte in den alten Mysterien eine tiefe Rolle. Dort wurde gesagt: Ihr seid alle verwundbar an der Stelle, wo einer das Kreuz wird liegen haben. Derjenige, der diese Stelle mit dem Kreuz zudecken wird, der Kreuzträger, der wird der große Eingeweihte sein, der nicht mehr verwundbar ist. — Das gibt der nordischen Sage den großen Zug. Diese Weisheit war eine apokalyptische Weisheit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XV. Parzival und Lohengrin","site_heading":null,"date":"1905-12-03","location":null,"word_count":199,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1905-12-03/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1905-12-03/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/92/1905-12-03/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen)","evidence_translation":"Sixteen lectures, given in Berlin, Cologne and Nuremberg in 1904, 1905 and 1907 (listeners' notes)","evidence_source":"The volume's subtitle as given in the publisher's description, mirrored on AnthroWiki (GA 92); the 2022 catalogue's subtitle omits it. The translation is the maintainer's, not a published one."}}