{"corpus":"steiner","locus":"GA 92/1905-12-03/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man fing an, die eigene Volksseele zu betrachten, und sagte: Aus der alten Atlantis haben wir unsere Kultur herübergeholt. Sie ist aber bestimmt unterzugehen; an ihre Stelle muß das Christentum treten. Aber sie wird wieder aufsteigen, geläutert, gereinigt, erhöht durch das Christentum. — Man fing an, einen Übergang zu schaffen von dem Ende des Abstiegs zum Beginn des Aufstiegs. Man fing an, sich den Gang der tieferen deutschen Geisteskultur so vorzustellen, daß das hellseherische, atlantische Bewußtsein abgelöst wurde von etwas, das noch kommen mußte. Man mußte die natürliche Tapferkeit, Frommheit, Tugend wiedererobern auf andere, neue Weise. Drei Vorstellungen hatte man — Vorstellungen von drei bestimmten Kräften: Wotan, Wili und We. Wotan ist die intuitive Kraft, wie sie der Eingeweihte darstellt; Wili ist der Wille selbst; We ist das Gemüt, mit einem tragischen Zug, wo es apokalyptisch wird. Jetzt sollte eine andere Zeit kommen. Jetzt sollte durch die christliche Lehre der Durchgangspunkt gewonnen werden, und man sollte wieder hinaufsteigen zu dem, was vor der Götterdämmerung war.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XV. Parzival und Lohengrin","site_heading":null,"date":"1905-12-03","location":null,"word_count":165,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1905-12-03/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1905-12-03/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/92/1905-12-03/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen)","evidence_translation":"Sixteen lectures, given in Berlin, Cologne and Nuremberg in 1904, 1905 and 1907 (listeners' notes)","evidence_source":"The volume's subtitle as given in the publisher's description, mirrored on AnthroWiki (GA 92); the 2022 catalogue's subtitle omits it. The translation is the maintainer's, not a published one."}}