XV. Parzival und Lohengrin
Klar ist es uns, was Parzival auf seinen Wanderungen erreichen soll. Die Mutter Parzivals heißt Herzeleide. Wenn man den Parzival des Wolfram von Eschenbach, der ein gründlich Eingeweihter war, tief liest, zwischen den Zeilen und Worten, so findet man, daß der Name Herzeleide, der Mutter Parzivals, ein Niederschlag des tragischen Zuges ist, der in dem deutschen Gemüte lag. Derjenige, der nicht den Parzival-Weg macht, der trägt im Herzen das Leid; er hat sich den Frieden zu erringen. Wolfram von Eschenbach hat es verstanden, die Sage in eine wunderschöne Form zu kleiden. Mit der einen Tatsache hat er ein tiefinneres Symbol gemeint - die weibliche Persönlichkeit bedeutet immer das Bewußtsein -: Herzeleide ist der Bewußstseinszustand, von dem Parzival ausgeht. Er hat zunächst ein tragisches Bewußtsein. Er ringt sich durch alles durch, was die weltliche Ritterschaft bieten kann, mit einem naiven, einfältigen Bewußtsein, um zu dem Geheimnis des heiligen Gral zu kommen.