{"corpus":"steiner","locus":"GA 92/1907-12-02/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man muß diese Worte nur nicht als gelegentlich hingeworfen nehmen, sondern man muß sie als etwas hinnehmen, was vom tiefsten Ernste einer großen menschlichen Erkenntnis heraus etwas charakterisieren will. Können wir, an die Grundüberzeugungen der Mystik anknüpfend, diese Worte deuten? Ja! Wenn Sie einmal forschen, wie Mystiker öfter die Art und Weise charakterisieren, wie sie erkennen, dann finden Sie zum Beispiel das folgende Wort, das nicht ein beliebig erfundenes Wort ist, sondern ein Wort, das Sie immer wieder als eine Art technischen Ausdruck der Mystiker finden können. Die Mystiker sagen: Im gewöhnlichen menschlichen Erkennen wendet sich der Mensch an seinen Verstand, um die Gesetze der Natur und der Geisteswelt zu erkennen; aber es gibt eine höhere Art des Erkennens, da knüpfen wir nicht Begriff an Begriff nach Verstandesart, sondern da weben sich die Vorstellungen zusammen wie geistige Musik; das ist eine andere Art des Erkennens. - Der wahre Mystiker kennt die größere Sicherheit dieses Erkennens, als sie beim Verstandesurteil vorhanden ist auf diesem Gebiet. Und merkwürdig! Ein jeder Kenner würde Ihnen diese Art der Erkenntnis dadurch charakterisieren, daß er das Bild - es ist mehr als ein Bild ! - von der Musik heranzieht. Es ist nicht bloß ein Bild, wenn in der alten pythagoreischen Schule gesprochen wird von der Sphärenmusik. Eine flache Schulphilosophie hält diese Sphärenmusik für ein Bild, für einen Vergleich mit irgend etwas. Derjenige aber, der weiß, um was es sich handelt, weiß auch, daß diese pythagoreische Sphärenmusik eine Wirklichkeit ist und daß es eine Ausbildung des Geistes gibt, wo die Klänge dieser Musik zu hören sind.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik","site_heading":null,"date":"1907-12-02","location":null,"word_count":260,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1907-12-02/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1907-12-02/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/92/1907-12-02/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen)","evidence_translation":"Sixteen lectures, given in Berlin, Cologne and Nuremberg in 1904, 1905 and 1907 (listeners' notes)","evidence_source":"The volume's subtitle as given in the publisher's description, mirrored on AnthroWiki (GA 92); the 2022 catalogue's subtitle omits it. The translation is the maintainer's, not a published one."}}