{"corpus":"steiner","locus":"GA 92/1907-12-02/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So sieht Richard Wagner seine ganze künstlerische Sendung an. Er ist kein Künstler, der bloß das, was zufällig in der Seele lebt, herausoffenbaren will. Er will die Notwendigkeit des Platzes empfinden, an dem er steht in der Entwicklung. Er sieht zurück in urferne menschliche Vergangenheit, in eine menschliche Vergangenheit, wo es noch nicht gab, was man vereinzelte Kunst nennt. Hier berühren wir einen tiefen Punkt, der Richard Wagner fortwährend beschäftigte, wenn er seine Mission empfand, jenen Punkt, über den Nietzsche so tief nachdachte und den er versuchte, in seiner Schrift «Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik» zu charakterisieren. Wir wollen dem aber nicht nachgehen, was Nietzsche geschrieben hat, wir wollen uns vielmehr an die Mystik anlehnen, denn die weiß mehr zu sagen, als was Nietzsche über Richard Wagner zum Bewußtsein zu bringen vermochte. Sie weist uns zurück in Urzustände menschlicher Entwicklung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik","site_heading":null,"date":"1907-12-02","location":null,"word_count":144,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1907-12-02/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1907-12-02/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/92/1907-12-02/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen)","evidence_translation":"Sixteen lectures, given in Berlin, Cologne and Nuremberg in 1904, 1905 and 1907 (listeners' notes)","evidence_source":"The volume's subtitle as given in the publisher's description, mirrored on AnthroWiki (GA 92); the 2022 catalogue's subtitle omits it. The translation is the maintainer's, not a published one."}}