Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik
Das war Wagners Gefühl von seiner Mission. Daraus entstand seine Idee von dem Gesamtkunstwerk, das den ganzen Menschen in der Kunst hinstellen soll. Es soll so dastehen, wie er sein Inneres durchlebt, und er soll die Möglichkeit haben, das, was so innerlich lebt, hinaustreten zu lassen als Handlung. Was nicht äußerlich dramatisch sein kann, wird der Musik gegeben. Was die Musik nicht ausdrücken kann, geht in die äußere Dramatik hinein. Richard Wagner stellt dar die Synthesis zwischen Shakespeare und Beethoven. Das ist der Grundgedanke Richard Wagners - ein Grundgedanke, der tief aus der innersten Menschennatur herausgeholt ist. So fühlte er seine Mission. Nun aber war damit der Kunst ein Weg gewiesen hinein ins Innerste der Menschennatur. Richard Wagner durfte kein Alltagsdramatiker bleiben. Es mußte möglich sein, das Tiefste, was der Mensch erleben kann, mit den höchsten Mitteln in der Kunst hinzustellen - wie einst im Mysterium.