Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik
Gleich in einem seiner ersten Werke zeigt uns Richard Wagner diesen Drang, geheimnisvolle Zusammenhänge zu zeigen. Oder fühlen wir nicht so etwas, was im Unsichtbaren waltet zwischen Mensch und Mensch, wenn der Holländer uns mit Senta entgegentritt? Werden wir nicht erinnert an wunderbare Zusammenhänge im «Armen Heinrich», wo das Opfer einer reinen Jungfrau eine gesundende Wirkung hat? Wir müssen solche Bilder als Ausdruck einer tieferen Wahrheit nehmen. Da ist etwas, wahrer als die oberflächliche Wahrheit der gewöhnlichen Gelehrsamkeit. In dem Opfer, das ein Mensch für den andern bringen kann, liegt etwas Wirkliches. In diesem mystischen Bande, das für den oberflächlichen Verstand nicht erfaßbar ist, kommt das zum Beispiel zum Ausdruck, wenn man von der Allseele spricht, bestimmt spricht. Da ist es enthalten, was sich im Bilde tiefster Wahrheit ausdrückt, wenn der eine Mensch für den anderen etwas tut.