Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik
Denken wir uns nochmals in die alte Atlantis hinein: Nebeldünste, wo überall die Weisheit aus allen Dingen sprach. Da müssen Mächte walten zwischen den Menschen, die jetzt nicht mehr durch gemeinsame Weisheit lenken, sondern durch Verträge und Gebote, und die selbst die Götter durch Verträge festgelegt haben. Das stammt ab von urweisheitsvollem Bewußtsein. Da, wo der neue Gott Wotan an wichtiger Stelle steht, wo Fafner die Freia zurückgeben soll, da, wo Wotan selbst angekränkelt ist von der Ich-Weisheit, von dem Ring, da trat das uralte, heilige Bewußtsein der Menschheit nochmals vor ihn hin, das Erdenbewußtsein, das die Menschen einhüllte, als die Atlantis noch lebte. In der Erda wird uns dies damalige Bewußtsein, in das alles eingebettet war, geschildert: ihr Schlaf ist Träumen, ihr Träumen Sinnen, ihr Sinnen waltendes Wissen. - Eine kosmologische Wahrheit steckt darinnen. Diese Weisheit ist in allem, hat alles geschaffen. Sie lebt in der Quelle, rauscht in den Blättern, weht im Winde. Da findet sie das menschliche Ich darinnen. Da war sie ein allumfassendes Bewußtsein, aus dem alles Einzelbewußtsein geworden ist: waltendes Wissen. Das alte Hellsehen war ein Abbild dieses waltenden Wissens. Da war der Mensch nicht eingeschlossen in die Haut. Das Bewußtsein hat alles durchdrungen. Da konnte man nicht sagen, das Ich-Bewußtsein ist da und dort - es war in allem eingebettet. Wunderbar ist das angedeutet aus Wagners Intuition heraus: