Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik
Versetzen wir uns einmal hier - noch einmal soll wiederholt werden, daß Richard Wagner selbst das nicht verstandesbewußt vollzogen hat - in den Zeitpunkt des Übergangs der alten Entwicklung in die neue. Drüben in Atlantis war ein Bruderschaftsbewußtsein. Es folgt der Übergang zum Ich-Bewußtsein, der Einschlag der Selbständigkeit in die Menschennatur. Und jetzt versetzen wir uns an den Anfang des «Rheingoldes». Hören wir nicht den Einschlag des Ich-Bewußtseins in den ersten Tönen, in dem langen Akkord in Es-Dur? Und vernehmen wir nicht, wie aus dem allgemeinen Bewußtsein dieses Sonderbewußtsein auftaucht? So könnten wir Motiv um Motiv belebt finden durch Wagners eigene Erkenntnis, daß sich in den musikalischen Tönen eine hinter den Erscheinungen der Welt stehende Welt offenbaren lasse, daß er selbst durch seine Praxis die Instrumente benützt als Urorgane der Natur. Nicht möchte ich Ihnen Richard Wagner als einen Menschen hinstellen, der unbestimmte Mystik verkörpert hat. Sein künstlerisches Schaffen ist eingetaucht in das Wesen der klaren Mystik.