{"corpus":"steiner","locus":"GA 92/1907-12-02/p034","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das war eine wichtige Zeit, jener Übergang aus dem allgemeinen Bewußtsein zu dem Einzelbewußtsein. Diesen Umschwung will der Lohengrin-Mythos charakterisieren. Wir sehen, wie es die Zeit ist, in der ein neuer Geist sich losringt aus dem alten. Zwei Zeitengeister stehen gegeneinander. In den zwei Frauen, die im Streit liegen, sind sie dargestellt. Elsa, das Weibliche, ist immer das, was uns die nach dem Höchsten ringende Seele darstellt. Nicht jene banalen Auslegungen gelten von Goethes Worten im «Chorus mysticus»: «Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan»; aus tiefster Mystik ist das herausgeschrieben. Die Seele muß sich befruchten lassen von den großen Ereignissen, durch die neue Prinzipien in die Entwicklung hineinkommen. Was hineinkommt, wird dargestellt in den Eingeweihten, die von wichtigen Stätten herkommen. Hier spricht die Geisteswissenschaft von vorgeschrittenen Individualitäten. Man wird immer gefragt: Warum zeigen sich diese nicht? — Würden sie sich zeigen, man würde sie nicht anerkennen. Man würde sie fragen nach ihrem gewöhnlichen bürgerlichen Namen und Stand. Das ist aber für den, der aus den geistigen Welten heraus wirkt, das Unbedeutendste. Denn der, welcher als Eingeweihter die Geheimnisse zu künden hat, der ist so weit erhaben über das, was Geburt, Name, Stand, Beruf ist, daß es Unsinn ist, ihn darum zu fragen. Wo solche Fragen an ihn herantreten, ist das Verständnis für seine tiefe Mission so weit entfernt, daß Trennung eintreten muß.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Richard Wagner und sein Verhältnis zur Mystik","site_heading":null,"date":"1907-12-02","location":null,"word_count":221,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1907-12-02/p034","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/92/1907-12-02/p034"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/92/1907-12-02/p034","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Sechzehn Vorträge, gehalten in Berlin, Köln und Nürnberg in den Jahren 1904, 1905 und 1907 (Hörernotizen)","evidence_translation":"Sixteen lectures, given in Berlin, Cologne and Nuremberg in 1904, 1905 and 1907 (listeners' notes)","evidence_source":"The volume's subtitle as given in the publisher's description, mirrored on AnthroWiki (GA 92); the 2022 catalogue's subtitle omits it. The translation is the maintainer's, not a published one."}}