7. Wesen und Aufgabe der Freimaurerei vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft
Gehen wir von dem Gedanken aus, daß sie die Erbauer der Pyramiden, der Mysterientempel, die Erbauer der Kirchen waren. Nun werden Sie sich leicht überzeugen können - namentlich wenn Sie Vitruv lesen -, daß die Art und Weise, wie man ehedem die Baukunst studierte, ganz verschieden war von der unsrigen. Man studierte nicht wie heute, so daß man die Dinge berechnete, sondern was man übermittelt erhielt, waren bestimmte Intuitionen, die durch Symbole ausgedrückt waren. Wenn Sie im «Luzifer» nachlesen, wie die Lemurier bauten, wie sie es im Griff hatten, dann bekommen Sie eine Ahnung davon, wie damals gebaut wurde. Wie in alten Zeiten gebaut worden ist, das kann man heute nicht mehr nachmachen. Staunend und bewundernd stehen wir vor chinesischen Bauten, vor Bauten der Babylonier und Assyrer, und wissen doch, daß sie die Mathematik unserer Zeit nicht gekannt haben. Wir haben das wunderbare Werk der Ingenieurkunst in dem Mörissee in Ägypten; ein See, der gebaut worden ist, um das Wasser aufzufangen und wenn man es brauchte, durch künstliche Kanäle über das Land hinzuleiten. Er ist nicht mit unserer heutigen Ingenieurkunst gebaut worden. Auch die wunderbare Akustik, die in die alten Bauten hineingebaut worden ist, konnte man ausführen in einer Weise, wie die heutige Baukunst es noch nicht wieder kann. Man konnte also auf intuitive, nicht nur rationell-verstandesmäßige Art bauen.