13. Über den verlorenen und wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende
Wir müssen uns also ganz im Sinne der Legende vorstellen, daß bis zum Erscheinen des Christus Jesus auf Erden zwei Strömungen vorhanden waren. Die eine, die den weltlichen Tempel baute, die die Taten der Menschen ausprägte, damit dann später das göttliche Wort, das durch den Christus Jesus auf die Erde gekommen war, aufgenommen werden konnte. Ein Wohnhaus sollte bereitet werden der Erscheinung des göttlichen Wortes auf der Erde. Daneben sollte sich einstweilen das Göttliche selbst als eine Art von Nebenströmung in der zweiten Strömung durch die Zeiten heraufentwickeln. Daher unterschied man die Menschensöhne, das Kainsgeschlecht, die das Weltliche vorbereiten sollten, von den Gottessöhnen, den Söhnen des Abel-Seth, die das Göttliche pflegten, bis beide Strömungen die Ehe miteinander eingehen konnten. Christus Jesus vereinigte diese beiden Strömungen. Der Tempel sollte erst äußerlich errichtet werden, bis dann in Christus Jesus der erschien, der ihn in drei Tagen von neuem aufrichten konnte. Auf der einen Seite haben wir also die Strömung der Kainssöhne und auf der anderen Seite die Strömung der Nachkommen von Abel-Seth, welche beide die Entwickelung der Menschheit vorbereiten, damit dann der Gottessohn die beiden Seiten vereinigen, die beiden Strömungen zu einer einzigen machen konnte. Das ist in tiefsinniger Weise in der heiligen Legende zum Ausdruck gekommen.