13. Über den verlorenen und wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende
So ist also der Mensch in einem Aufstieg begriffen. Aber nicht eine äußere Einrichtung, nicht ein äußerer Bau bewirkt das, sondern das Lebendige selbst, das in uns erwacht, das nicht bloß die äußeren Bausteine zusammensetzt, sondern gestaltend, wachsend wirkt. Diese Kraft des Lebens muß in die Entwickelung eingreifen und sie muß zunächst des Menschen Innerstes ergreifen; sein religiöses Leben muß von dem Lebendigen ergriffen werden. Deshalb war es wie eine Vorbereitung, was die Kainssöhne während des alten Bundes für die unteren Glieder der Menschennatur geleistet haben und wie ein prophetischer Hinweis auf die Zukunft war es, was die Propheten, die Hüter der Bundeslade, geleistet haben. Das Göttliche sollte aber nun heruntersteigen in die Bundeslade, in die Seele, um als Allerheiligstes in dem Tempel selbst zu wohnen.