13. Über den verlorenen und wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende
Daher haben auch die christlichen Kirchen das Kreuzeszeichen schon in ihrer Anlage. Damit soll ausgedrückt sein, daß das lebendige Kreuz hineingeheimnißt ist in den äußeren Tempelbau. Jene zwei Strömungen aber, auf der einen Seite das göttlich Lebendige und auf der anderen Seite das weltlich Mineralische, haben sich in eins zusammengefügt in dem am Kreuze hängenden Erlöser, wo die höheren Prinzipien im Erlöser selbst, die niederen im Kreuze liegen. Und daß fortan dieser Zusammenhang ein organischer, ein lebendiger sein soll, drückt besonders tief der Apostel Paulus aus. Ohne das, was wir heute durchgenommen haben, kann man die Schriften des Apostel Paulus nicht verstehen. Ihm war es klar, daß jener alte Bund zu Ende gehen muß, welcher einen Gegensatz zwischen dem Menschen und dem Gesetz errichtet. Erst wenn der Mensch das Gesetz mit sich vereinigt, es auf seinen Rücken nimmt, es trägt, dann wird es keinen Widerspruch mehr geben zwischen der inneren Menschennatur und dem äußeren Gesetz. Dann ist das erreicht, was das Christentum erreichen will.