{"corpus":"steiner","locus":"GA 93/1905-06-05/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die zweite Religion wurde gepflegt in Vorderasien. Da verehrte man als Wiederholung dessen, als zum ersten Male der Sohn seinen EinfAluß auf die Erde geltend machte, das zweite Prinzip. Da tritt zugleich beim Sohnesprinzip das Herunterstoßen gewisser Wesenheiten auf. Es gibt keine höhere Entwickelung, ohne daß andere heruntergestoßen werden in die Tiefe. Das Mineral-, das Pflanzen- und das Tierreich sind auf diese Weise heruntergestoßen worden. Das ist die große Tragik, daß, wer sich höher entwickelt, eine ungeheuere Verantwortlichkeit auf sich nimmt. Jeder Heilige bedingt, daß eine große Anzahl Wesen heruntergestoßen werden. Wenn ein solches Herunterstoßen nicht stattfände, so gäbe es keine Entwickelung. Damit ein Mensch selbst höher entwickelt wird, muß er fortgesetzt Wesen hinunterstoßen. Darum ist alle Entwickelung schlecht und verwerflich, wenn sie aus Eigennutz geschieht; sie ist nur berechtigt um der Entwickelung der anderen Wesen willen. Nur wer die Hinuntergestoßenen wieder hinaufholen will, ist der Entwickelung fähig. So war jene Entwickelung, die auf der Erde auftrat, und die schon auf anderen Weltkörpern vorbereitet worden war, jene Entwickelung zur Begabung des Ätherleibes mit dem Logos, dem Wort, verknüpft mit dem Herunterstoßen anderer, mit der Erdenentwickelung zusammenhängender Wesen. Diese stellte man sich vor als Widersacher, als luziferisches Prinzip. So haben wir gerade in der persischen Religion diese Zweiheit: neben dem Prinzip des Guten das Prinzip des Bösen auftretend. Arbeitet der Mensch, und überhaupt ein Wesen, manasisch in sich hinein, so ist das ein Gutes. Immer aber stellt sich ihm das Böse entgegen. Ormuzd und Ahriman, das sind die Namen für das Gute und Böse in der persischen Religion.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"14. Über den verlorenen und wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende","site_heading":null,"date":"1905-06-05","location":null,"word_count":257,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93/1905-06-05/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93/1905-06-05/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/93/1905-06-05/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}