Die königliche Kunst in einer neuen Form

GA 93/1906-01-02/p021 ·1906-01-02 · original (original)
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Wenn Sie die heutige Kultur erfassen wollen, und sich in sie vertiefen, so werden Sie finden, daß sie in drei Gebiete zerfällt: in das Gebiet der Weisheit, das Gebiet der Schönheit und das Gebiet der Stärke. In diesen drei Worten ist in der Tat der ganze Umfang der Geisteskultur enthalten. Man nennt sie daher auch die drei Säulen der menschlichen Kultur. Sie sind dasselbe wie die drei Könige in Goethes Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie: der goldene, der silberne und der eherne König. Damit hängt es zusammen, daß man die Freimaurerei die «Königliche Kunst» nennt. Heute sind diese Kulturgebiete voneinander getrennt. Die Weisheit ist im wesentlichen in dem enthalten, was wir Wissenschaft nennen; die Schönheit ist im wesentlichen in dem inkarniert, was wir die Kunst nennen; und was man, freimaurerisch gesprochen, die Stärke nennt, ist enthalten in dem gegliederten, organisierten sozialen Zusammenleben der Menschen in dem Staate. Das alles faßt der Maurer zusammen als das Verhältnis des Willens zu diesen drei Gliedern: Weisheit, Schönheit, Stärke.

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