Die königliche Kunst in einer neuen Form
Was einem solcherart verstandenen Priesterprinzip zugrunde liegt, können wir bezeichnen als ein den Dingen nicht bis auf den Grund Gehen, als ein Hinnehmen der Dinge, wie sie sich von irgendwoher in der Welt darbieten, und mit diesem Gegebenen zufrieden sein. Das Symbol für dasjenige, wofür der Mensch nichts kann, das eigentliche Sinnbild für das, was dem Menschen im wahrsten Sinne des Wortes geschenkt wird, das ist vom Geschlechtsleben hergenommen worden. Da ist der Mensch produktiv. Aber was sich in dieser Produktionskraft ausdrückt, hat nichts mit menschlicher Kunst, nichts mit menschlichem Wissen zu tun und nichts mit menschlichem Können. Da ist ausgeschlossen, was sich in den drei Säulen der «Königlichen Kunst» zum Ausdrucke bringen läßt. Wenn daher gewisse Freimaurer die geschlechtlichen Symbole vor das Menschengeschlecht hinstellen, so wollen sie damit sagen: Darin drückt sich die menschliche Natur aus, nicht wie der Mensch sie gemacht hat, sondern so, wie sie ihm von den Göttern gegeben worden ist. Dies findet seinen Ausdruck in Abel, dem Jäger und Hirten, der das Opfertier, das Opferlamm opfert, also das, wozu er selbst nichts getan hat um es hervorzubringen, was ohne ihn geworden ist.