Die königliche Kunst in einer neuen Form
Wenn auch unsere Zeit noch nicht dahin gekommen ist, in der äußeren lebendigen Natur herrschen zu können, wenn auch jene Kulturepoche noch nicht erreicht ist, wo auch die lebendigen, die lebengebenden Kräfte gemeistert werden, so gibt es doch heute schon die Vorschule dazu, die inauguriert wurde durch jene Bewegung, die man die Loge vom Heiligen Gral genannt hat. Die Zeit wird aber kommen, und es ist ein ganz bestimmter Zeitpunkt, wo die Menschen, abweichend von ihrer heutigen Neigung, einsehen werden, daß man über innere tiefere Seelenkräfte nicht durch Majoritätsbeschlüsse entscheiden kann, daß es unmöglich ist, über das umfangreiche Gebiet der Liebe, über das, was man empfindet, was man fühlt, durch Abstimmung etwas auszumachen. Diejenige Kraft, die in allen Menschen einheitlich lebt und die sich im Intellektuellen ausdrückt in jener groBen Einheit, über die es keinen Streit geben kann, nennt man Manas. Und wenn es die Menschen so weit gebracht haben werden, daß sie nicht nur dem Verstande nach zusammenstimmen, sondern auch in ihrem Empfinden und Fühlen, in ihrem tiefsten Seelenleben harmonieren, daß sie sich finden in dem, was edel und gut ist, in Liebe sich zusammenfinden im Objektiven, im Gemeinsamen, so wie sie sich heute schon streitlos zusammenfinden in dem, daß zwei mal zwei vier und drei mal drei neun sind, dann ist die Zeit gekommen, wo die Menschen auch das Lebendige werden bemeistern können. Einigkeit, objektive Einigkeit im Empfinden und Fühlen, ein wirklich über die Menschheit ausgegossenes objektives Leben in der Liebe, das ist die Voraussetzung für die Bemeisterung des Lebendigen.