{"corpus":"steiner","locus":"GA 93/1906-01-02/p079","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wiederum - ich möchte sagen, wegen des Umfassenden, Umspannenden der Idee - muß ich etwas sagen, was Uneingeweihten phantastisch erscheinen wird. Ewig, unvergänglich ist dasjenige, was der Mensch als die von seiner Seele ausgehende Form dem Stoffe auf unserem Erdenrund aufprägt. Wenn auch äußerlich der geformte Stoff zerfällt, unvergänglich ist dasjenige, was die königliche Kunst seit uralten Zeiten in Pyramiden, Tempeln und Kirchen geformt hat. Was der Menschengeist im Stoff geformt hat, das bleibt als fortwirkende Kraft in der Welt vorhanden. Das wird dem vollständig klar, der in solche Dinge eingeweiht wird. Der gotische Dom von Köln zum Beispiel vergeht; daß aber die Atome einmal in dieser Form da waren, ist von weittragender Bedeutung. Diese Form selbst ist das Unvergängliche, das fortan im Fortentwickelungsgange der Menschheit so mitwirkt wie die lebendige Kraft, die in der Pflanze ist, im Fortentwickelungsgang der Natur! Der Maler, der heute ein Bild malt, der sein Seelenblut in den toten Stoff hineinprägt, er schafft auch etwas, was in mehr oder weniger kurzer Zeit in tausend Atome zerstoben sein wird. Daß er es aber geschaffen hat, daß in den Stoff etwas aus seiner Seele eingeflossen ist, daß überhaupt etwas geformt worden ist, das hat einen unvergänglichen, bleibenden Wert, das hat Ewigkeitswert.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die königliche Kunst in einer neuen Form","site_heading":null,"date":"1906-01-02","location":null,"word_count":204,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93/1906-01-02/p079","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93/1906-01-02/p079"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/93/1906-01-02/p079","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}