{"corpus":"steiner","locus":"GA 93a/1905-10-06/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So verhält sich der Anteil des Menschen an den drei Welten. Der Mensch ist aber erst allmählich in diese Lage gekommen. Er war nicht immer in der physischen Welt, er ist erst nach und nach physisch geworden, hat erst nach und nach Sinne bekommen. Vorher war er auf den höheren Planen. In die physische Welt kam er vom Astralplan herunter und vorher von dem Mentalplan. Diesen teilen wir ein in zwei Abteilungen, den unteren Mentalplan oder Rupaplan, wo schon alles differenziert ist, und in den oberen Mental- oder Arupaplan, wo noch alles undifferenziert, samenhaft ist. Der Mensch ist heruntergestiegen von dem Arupaplan durch den Rupaplan und den Astralplan zum physischen Plan. Erst auf dem physischen Plan ist der Mensch selbstbewußt geworden. Auf dem Astralplan ist er jetzt noch nicht selbstbewußt, und auf dem Rupa- und Arupaplan ist er es noch weniger. Auf dem physischen Plan traten dem Menschen zum erstenmal Gegenstände von außen entgegen, unmittelbar in seiner Umgebung. Wenn überhaupt einem Wesen Gegenstände von außen entgegentreten, dann ist der Anfang zum Selbstbewußtsein gemacht. Auf den oberen Planen war das Leben noch ganz im Inneren beschlossen. Als der Mensch auf dem Astralplan lebte, hatte er nur eine Wirklichkeit, die aus seinem eigenen inneren Leben aufstieg. Ein richtiges Bilderbewußtsein hatte er da. Wenn dies auch lebhaft war, so waren es in Wirklichkeit doch nur Bilder, die in seinem Inneren aufstiegen. Die heutigen Träume sind ein schwacher Rest davon. Wenn zum Beispiel ein astraler Mensch sich etwa Salz genähert hätte, so hätte das Salz unbewußt auf ihn gewirkt und es wäre ein Bild davon in ihm aufgestiegen. Das Bild des salzigen Geschmackes wäre in seinem Inneren aufgestiegen. Wenn er auf einen anderen Menschen zugegangen wäre, der ihm sympathisch gewesen wäre, so hätte er ihn nicht von außen gesehen, sondern es wäre in ihm ein Gefühl der Sympathie aufgestiegen. Es war dieses Leben im Astralen ein Leben vollständiger Selbstheit und Sonderheit. Erst auf dem physischen Plane kann der Mensch seine Sonderheit aufgeben, indem er mittels der Sinnesorgane Gegenstände wahrnimmt, zusammenschmilzt mit der Umwelt, mit dem Nicht-Ich. Darin liegt die Wichtigkeit des physischen Planes. Ohne daß der Mensch den physischen Plan betreten hätte, wäre er überhaupt nie dazu gekommen, die Sonderheit aufzugeben und seine Sinne nach außen zu kehren. Tatsächlich beginnt hier die Arbeit an der Selbstlosigkeit. Alles andere als die reine Kontemplation der äußeren physischen Dinge ist noch mehr dem Ego angehörend. Man muß sich gewöhnen, auf höheren Planen ebenso selbstlos zu leben, wie man es auf dem physischen Plane, wenn auch bis jetzt nur spärlich, angefangen hat. Die Gegenstände des physischen Planes zwingen den Menschen, selbstlos zu werden und dem Gegenstande, der nicht «Ich» ist, etwas zu geben. In bezug auf die Wünsche, auf das, was in der Seele liegt, richtet sich der Mensch noch nach seiner Begierde. Er muß auf dem physischen Plane lernen zu entsagen, seine Wünsche zu entselbsten. Das ist die erste Stufe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XI","site_heading":null,"date":"1905-10-06","location":null,"word_count":483,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93a/1905-10-06/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93a/1905-10-06/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/93a/1905-10-06/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Notizen von einem esoterischen Lehrgang","evidence_translation":"Notes from an esoteric course","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}