XVII
Dem Gedanken entspricht in der Umwelt alles, was Empfindung, Bewußtsein hat. Das hat eines mit uns gemeinsam: die Wahrnehmung. Daß wir überhaupt imstande sind, die Welt draußen im physischen Raum wahrzunehmen als eine farbige und tönende Welt, ist möglich, weil wir sie uns in Gedanken umsetzen können. Wir empfangen die Wahrnehmung; denken darüber nach. Wenn keine Gedanken in den Wahrnehmungen wären, so wäre es die größte Torheit des Menschen, sich Gedanken darüber bilden zu wollen. Dann wären Gedanken bloße Illusionen, wenn nicht die Wahrnehmungen zustande gekommen wären durch Gedanken. Was die Kombination der Wahrnehmungen ergibt, das ist, daß die Wahrnehmungen zuerst aufgebaut sind durch Gedanken, die wir herausschälen: die Naturgesetze. Diese sind nichts anderes als Gedanken; der schöpferische, der Heilige Geist ist es. Die Wahrnehmung ist die Grenze zwischen beiden, wo sich unsere Gedanken berühren mit den schaffenden Gedanken draußen. So können wir also mit einem Gedanken, den wir haben, nicht wirken auf das Leben, aber auf alles Bewußte, was draußen selbst Gedanke ist.
Cite:
GA 93a/1905-10-12/p016 · edition original