{"corpus":"steiner","locus":"GA 93a/1905-10-12/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der Mensch kann bewußt nur Neigungen schaffen für künftige Inkarnationen, wenn er sich jetzt zur Imagination aufschwingt. Darin liegt das Geheimnis, wie die großen Religionsstifter über ihre Zeit hinaus gewirkt haben. Die Bilder, die sie den Menschen gegeben haben, haben Neigungen ausgelöst für folgende Inkarnationen. Jedes Bild, das sie in die Seele senken, tritt in der ganzen Gefühlswelt des Menschen hervor. Entweder erwirbt sich der Mensch selber solche Imaginationen, oder er bekommt sie von einem Führer. Selbst haben wir sie, wenn wir unser ganzes Gefühlsleben in die Hand genommen haben; das ist beim Geheimschüler der Fall. Er fühlt so, wie er es sich vornimmt; für die übrige Menschheit wird gesorgt durch die Religionsstifter. Eine Religion ist die Gefühlswelt künftiger Rassen; sie kann daher äußerlich untergehen, denn sie lebt in den Neigungen nach. Heute kommen die Neigungen heraus, die im 13. und 14. Jahrhundert der Menschheit eingepflanzt worden sind. Es ist wichtig, daß nicht die materialistischen Bilder der Gegenwart in den Menschenherzen Platz greifen, denn sie würden die Menschen in den zukünftigen Zeiten mit den brutalsten Neigungen ausstatten, die bloß auf die Sinnenwelt gerichtet sind, wenn es nicht wettgemacht wird durch geistige Vorstellungen. Diejenigen Begierden und Wünsche leben im Menschen, die aus der Imagination hervorgehen. Das ist sein Begehren = Samskara. Alles das, was intuitiv in den Menschen ist, die großen Impulse, die sie empfangen von den höchsten Eingeweihten, die sind eigentlich das, was das Tatsachenkarma überwindet. Wer sich zu den eigentlichen Intuitionen erhebt, der dringt durch die physische Welt zu dem Vatergeist empor. Wer intuitives Erkennen hat, kann auf das tatsächliche Karma wirken. Er fängt an, sein Karma bewußt einzuschränken.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"XVII","site_heading":null,"date":"1905-10-12","location":null,"word_count":270,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93a/1905-10-12/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/93a/1905-10-12/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/93a/1905-10-12/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Notizen von einem esoterischen Lehrgang","evidence_translation":"Notes from an esoteric course","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}