XXI
Tatsächlich ist dies schon aus einer gewissen Betrachtung der Natur herzuleiten. Wenn wir uns auf eine Pflanze in demselben Sinne konzentrieren wie auf einen Kristall, so müssen wir mit unserer Vorstellungskraft bei der Pflanze viel länger verweilen, denn wir müssen nicht nur die Form auf uns wirken lassen, sondern auch ihre innere Beweglichkeit, ihr Leben. So können wir dann auch bestimmte Erfahrungen machen, nur dauert es eben länger als beim Mineral. Man muß die Pflanze jeden Tag als wachsende Pflanze sehen. Wenn wir sie zuerst als kleines Pflänzchen auf uns wirken lassen und meditierend das Wachsen beobachten, bis sie Blüten und Früchte getrieben hat, dann dies nachwirken lassen, ihre sinnliche Form in uns auslöschen - jahrzehntelang könnte man dies üben -, dann wird das, was die Pflanze an Seelenkräften in uns ausgelöst hat, uns in die unteren Partien des Devachanplanes entrücken.
Cite:
GA 93a/1905-10-19/p012 · edition original