XXXI

GA 93a/1905-11-05/p008 ·1905-11-05 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Notizen von einem esoterischen Lehrgang» (Notes from an esoteric course). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Die indische Lehre kam heraus in den Veden. «Veda» bedeutet dasselbe wie «Edda». Nur ist das in den Veden Enthaltene eine feinere Ausbildung dessen, was in gröberer Weise hier in Europa als Edda zurückgeblieben ist, und erst am Ende des Mittelalters Aufzeichnung gefunden hat. Wir müssen uns vorstellen, daß diese ursprüngliche große geistige Lehre durch die nachrückenden Völkerschaften eine gewisse Veränderung erfahren hat. Ihre ursprüngliche Größe bestand in der Erfassung der gewaltigen, göttlichen Einheit, die durch die indischen Schauer erkannt wurde. Das war nicht mehr der Fall bei der nächsten, der persischen Rasse. Ein anderer Zug dieser uralten indischen Anschauung ist der, daß der Zeitbegriff in ihr fast vollständig fehlt. In der zweiten Unterrasse, der urpersischen, tritt gleich der Zeitbegriff hervor. Die Zeit wird von dem Inder zwar erkannt, aber mehr gleichförmig; der Begriff der Geschichte, des Fortschreitens vom Unvollkommenen zum Vollkommenen aber fehlt. Beherrscht war das Denken von der Anschauung, daß alles aus der göttlichen Vollkommenheit emaniert wird.

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