XXXI

GA 93a/1905-11-05/p009 ·1905-11-05 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Notizen von einem esoterischen Lehrgang» (Notes from an esoteric course). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Das persische Denken wird beherrscht vom Gedanken der Zeit. Zervan Akarana ist eine Hauptgottheit bei den Persern, und das ist eigentlich die Zeit. Wie kam man zum Begriff der Zeit? Wer wie der uralte Inder vor allem die ureinheitliche Gottheit sucht, muß sie sich als das absolut Gute vorstellen. Das Böse, das Unvollkommene in der Welt, das war für den alten Inder nichts als Illusion; Illusion war ein sehr wichtiger Begriff. Diese Alten sagten: Es gibt in der Welt überhaupt nichts Unvollkommenes und Böses. Wenn ihr glaubt, daß es etwas Böses gibt, so habt ihr die Welt nicht genug illusionsfrei angesehen. Der Rost zum Beispiel, der das Eisen frißt, ist anderswo ein großes Gutes; ihr müßt nur suchen, wo. Wenn ihr einen Verbrecher durch den Schleier der Illusion betrachtet, wird er euch als solcher erscheinen; seht ihr aber von der Illusion ab, so werdet ihr erkennen, daß es das Böse gar nicht gibt. - Diese Lehre hängt innig zusammen mit einer Weltabgewandtheit.

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