Erster Vortrag
Dann kommt die dritte Art, wie sich Menschen zu den religiösen Schriften verhalten. Sie beginnen, die Religionsschriften sinnbildlich auszulegen. Sie fangen an, Symbole, Allegorien darin zu sehen. Diesen Weg haben gerade in letzter Zeit Freidenker gewählt. Bruno Wille, der Herausgeber des Blattes «Der Freidenker», hat neuerdings diesen Weg eingeschlagen. Er ist dazu übergegangen, die Christus-Mythe wie die Bibel überhaupt einer sinnbildlichen Auslegung zu unterziehen. Ein notwendiger Entwickelungsweg, den der Mensch durchmachen muß, ein innerer Wendepunkt, kann dabei nicht herauskommen. Wer weniger geistreich ist, wird diese Schriften auch weniger geistreich ausdeuten. Andere, die geistreicher sind, werden auch mehr Geistreiches herausziehen. Dabei wird vieles hineingelegt, was ganz der menschlichen Geistreichigkeit entspricht und ihr entspringt. Das dritte ist also ein halb gläubiger, aber willkürlicher Standpunkt.