{"corpus":"steiner","locus":"GA 94/1906-02-19/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich habe bereits am letzten Donnerstag darauf aufmerksam gemacht, wie man sich das schon an der Oberfläche klarmachen kann. Sehen Sie sich ein Kind an. Sie mögen vielleicht sagen, in diesen naiven Zügen liege der Vater, die Mutter, ein Oheim oder ein Ahne. Aber alles, was innen ist, drückt sich in den Gesichtszügen aus, drückt sich in den Gesten der Hand, in den ganzen Bewegungen des Kindes aus. Es arbeitet sich heraus das, was in dem Kinde schlummert. Dann kommt endlich das Eigene heraus, die Physiognomie wird ein Abdruck der eigenen Seele, während vorher mehr der Gattungstypus zum Ausdruck kam. Im Wilden schlummert die eigene Seele gewöhnlich noch und hat nur ein spärliches Dasein. In vielen Inkarnationen arbeitet sich aber das Individuelle heraus, die Seele bekommt mehr Macht über den physischen Körper, die Physiognomie bekommt den Abdruck oder den Ausdruck des Inneren. Im Unreifen drückt sich wenig von der Gewalt der Seele aus. Reifer wird der Mensch, und reif ist er, wenn das innere Wort ganz Fleisch geworden ist, wenn das Äußere ein genauer Abdruck des Inneren geworden ist, so daß das Fleisch ganz durchgeistigt ist. Das hat er aber erst jetzt verstanden, nachdem ihm klar vor das astrale Auge getreten ist das höhere Selbst. Das stand auf dem astralen Plane vor dem Seelenauge des Johannes, und er erkannte: Das bin ich. Ich habe es heute nur auf dem astralen Plane erlebt, es wird aber allmählich herunterrücken, wie es bei dem geschehen ist, dem ich gefolgt bin. - Es ist die tiefe Verwandtschaft des Christus Jesus mit dem Gottmenschen, der in jedem Menschen veranlagt ist. Das ist das tiefe innere Erlebnis des Johannes. Das innere Selbst lebt im Menschen unbewußt, und es wird der Seele erst durch die geschilderten Vorgänge bewußt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1906-02-19","location":null,"word_count":291,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/94/1906-02-19/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/94/1906-02-19/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/94/1906-02-19/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Zusammenfassungen und Notizen von Vorträgen u. Vortragsreihen","evidence_translation":"Summaries and notes of lectures and lecture cycles","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}