{"corpus":"steiner","locus":"GA 94/1906-02-19/p036","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das sind die Geheimnisse, die im Johannes-Evangelium schlummern. Der Jünger, den der Herr lieb hatte - das ist derjenige, den er selbst eingeweiht hat. Der Schreiber des Johannes-Evangeliums war derjenige, den der Herr lieb hat. Und wodurch war er imstande, das zu schreiben? Er war dadurch dazu imstande, daß er zuerst auf dem astralen Plan und dann auf dem Devachanplan eingeweiht worden ist. Wenn Sie so die Auffassung des Johannes-Evangeliums vertiefen, dann wird erst das Johannes-Evangelium in seiner wahren Tiefe verstanden werden, dann wird es zu einer der größten Urkunden, die jemals geschrieben worden sind. Es ist die Schilderung der Einweihung in die Tiefen des Seelenlebens. Geschrieben ist es darum, damit jeder das, was darin steht, nachleben kann. Und das kann man. Satz für Satz, Wort für Wort kann der Mensch in sich selbst bei seiner Erhebung auf den höheren Plan das finden, was im Johannes-Evangelium geschildert ist. Nicht eine Biographie des Christus Jesus ist es, sondern eine Biographie der sich entwickelnden Menschenseele. Und was geschildert ist, das ist ewig, und immer kann es sich in der Brust eines jeden Menschen ereignen. Ein Muster und Vorbild ist diese Schrift. Deshalb hat sie auch jene lebendige und erweckende Kraft, die den Menschen nicht nur zum Christen macht, sondern ihn die Auferweckung zu einer höheren Wirklichkeit nachvollziehen läßt. Nicht eine Bekenntnisschrift ist das Johannes-Evangelium, sondern eine Schrift, welche Kraft und selbständiges höheres Leben wirklich gibt. Das sprießt aus diesem Johannes-Evangelium, und wer es so aufnimmt, daß er es nicht bloß verstehen will, sondern es leben will, der hat dieses Johannes-Evangelium in der richtigen Weise verstanden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1906-02-19","location":null,"word_count":263,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/94/1906-02-19/p036","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/94/1906-02-19/p036"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/94/1906-02-19/p036","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Zusammenfassungen und Notizen von Vorträgen u. Vortragsreihen","evidence_translation":"Summaries and notes of lectures and lecture cycles","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}