Kosmogonie V
Was nun den Lehrer betrifft, so weiß er, daß er, um der Meister zu sein, der Diener sein muß. Es handelt sich für ihn nicht darum, die Seele seines Schülers nach seinem Bilde zu modeln, sondern ihr Rätselvolles zu ahnen und aufzulösen. Was er lehrt, ist nicht eine Glaubenslehre, oder vielmehr, es ist eine Lehre, die aber nur Wert hat, indem sie der inneren Entwickelung dient. Jede Wahrheit, die nicht gleichzeitig eine Lebenskraft ist, ist eine unfruchtbare Wahrheit. Deshalb ist es notwendig, daß jeder Gedanke Zugang zur Seele finde. Er tut dies nicht, wenn er nicht vom Gefühl durchströmt ist; sonst ist er ein totgeborener Gedanke.
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