Populärer Okkultismus III
Wenn diese zweite Trennung stattgefunden hat, hört die Erinnerungsfähigkeit - jedoch nicht für immer - auf, und ein neuer Zustand beginnt für den Menschen. Wie ist nun dieser Zustand? Der Mensch erlebt sich Jetzt in der Welt, die erjede Nacht im Schlaf betritt. Aber es unterscheidet sich jener Zustand nach dem Tode sehr stark von dem Schlafzustand. Er wird in theosophischen Büchern zuweilen so be‚schrieben, als ob auch er eine Art von Schlafzustand wäre. Dies ist aber nicht der Fall. Vielmehr hat der Mensch bald nach dem Tode ein Bewußtsein in der astralischen Welt. Trotzdem besteht der Ausspruch «Der Schlaf ist der Bruder des Todes» ganz zu Recht. Dieser neue Zustand heißt das Leben im Kamaloka. Im Schlaf arbeitet, wie wir gesehen haben, der Astralleib am physischen und Ätherleib, um deren Kräfte zu ersetzen. Diese Arbeit unterdrückt das Bewußtsein des Menschen während des Schlafes und hindert ihn, wahrzunehmen in der Astralwelt. Nach dem Tode ist er dieser Arbeit enthoben, er braucht keine Ermüdung mehr zu beseitigen, und deshalb dämmert ihm ein Bewußtsein der astralischen Welt auf. Diese Kraft verwendete er sonst zum Wiederaufbau des physischen Leibes. Nun wird diese Kraft frei und ist als Bewußtsein vorhanden. In dem Moment, wo der Astralleib nichts auszubessern hat, nimmt er die Bilder der Astralwelt auf. Auch daran können Sie sehen, warum gesunder Schlaf angestrebt werden soll. Betrachten Sie das physische Leben hier auf dieser Welt, wie jeder sucht, seine Sinne zu befriedigen. Was der Mensch genießt, das wird im Seelischen genossen, das Organ des Genießens aber ist physisch. Hat der Mensch Freude am Essen, so ist es der Gaumen, den die Seele zum Genießen braucht. Nach dem Tode lebt die Sehnsucht nach den Genüssen weiter, die Organe des Genießens aber fehlen nun. Die Seele dürstet nach leckerer Speise, aber das Organ dazu fehlt. Die Sehnsucht kann nicht mehr befriedigt werden. Die Seele ist wie ein Wanderer, der unter brennendem Durst vergeblich nach Wasser sucht und keine Möglichkeit findet, den Durst zu stillen. Dies ist kein Dauerzustand, nach und nach schwindet das Sehnen. Verschiedene Religionen haben diesen Zustand als ein Leben im Fegefeuer bezeichnet. Und alte Maler haben ihn zuweilen bildlich dargestellt durch Feuergluten. In der Tat: die Seele leidet brennenden Durst. Der weitere Verlauf ist der, daß der Mensch seine letzten Begierden empfindet und sein ganzes Leben rückläufig durchlebt bis zu seiner Geburt, als er noch keine Begierden hatte. Danach betritt der Mensch das Devachan. Ganz deutlich weist darauf hin jene Stelle in den Evangelien: Ihr könnt nicht in das Reich Gottes kommen, wenn ihr nicht werdet wie die Kindlein.