{"corpus":"steiner","locus":"GA 94/1906-06-30/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Stückweise muß sich der Mensch von allem frei machen, was ihn mit der sinnlichen Welt verbunden hat. Kamaloka ist der Zustand, in dem sich der Mensch frei macht von allem, was ihn an die Sinnenwelt kettet. Es wird ganz beeinflußt von dem Sinnenleben, das man in der physischen Welt geführt hat. Ist einer vollständig in den Sinnen aufgegangen, so wird sein Kamalokaleben lang und schwer sein. Gewöhnlich aber nimmt das Kamalokaleben den dritten Teil der Dauer des Erdenlebens in Anspruch. In Bildern, als Wesenheiten, die uns quälen, tritt dem Menschen im Kamaloka das vergangene Leben vor die Seele. Hier kehrt sich alles um: Was Befriedigung gewesen ist, tritt als Entbehrung auf. Heiße Sinnlichkeit bringt das Gefühl grauenhafter und kältender Wesen. Doch immer bleibt der brennende Durst bestehen. Je mehr der Mensch vor dem Tode vom physischen Leben losgelöst, je leichter also sein Sterben gewesen ist, um so leichter wird er sich von der sinnlichen Welt entwöhnen. Am schwersten wird dieses Entwöhnen dem Selbstmörder. Denn dieser täuscht sich: Er bedenkt nicht, daß er die Trennung vom sinnlichen Leben gewaltsam vollzog und daß ihn deshalb eine unsägliche Gier nach seinem physischen Leibe erfaßt, die ihn in der Nähe der physischen Welt festhält. Ähnlich, wenn auch in abgeschwächter Form, ergeht es dem, der durch einen Unglücksfall plötzlich sein Leben verloren hat. Auch ein solcher Todesfall hinterläßt die Gier nach dem physischen Leib, aber später findet dann ein Ausgleich im Devachan statt. Wenn die Seele die irdischen Wünsche abgelegt hat, tritt sie ein in den Devachan-Zustand.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Populärer Okkultismus III","site_heading":null,"date":"1906-06-30","location":null,"word_count":252,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/94/1906-06-30/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/94/1906-06-30/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/94/1906-06-30/p005","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Zusammenfassungen und Notizen von Vorträgen u. Vortragsreihen","evidence_translation":"Summaries and notes of lectures and lecture cycles","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}