Populärer Okkultismus III
Geisteswissenschaft lehrt nicht die Abkehr vom Leben. Der Geisteswissenschafter kann folgenden Vergleich gebrauchen: Die Seele ist einer Biene gleich, die hinausfliegt auf die Fluren, um Honig zu suchen und zurückzubringen. Hier auf Erden sammelt die Seele den Honig des Lebens, den sie nach dem Tod zum Altar der Gottheit bringt. Ohne Leben im Sinnlichen würde die Seele dazu niemals fähig sein. Wenn der Mensch sich verkörpert hat und anfängt zu sehen, nimmt er zunächst einfach mit den Augen wahr. Allmählich erwächst ihm daraus der geistige Genuß. Physisches Wohlgefallen setzt sich in geistigen Genuß um. Der Wilde, der erst wenige Verkörperungen durchlaufen hat, freut sich nur an der Buntheit der Farben und den einfachsten Sinneseindrücken. Mit jeder Verkörperung verfeinern sich die Sinne. Würde der Mensch an den Farben nie sinnlichen Genuß gehabt haben, würde er sich nie zum geistigen Genuß aufschwingen können. Darum ist der Sinnesgenuß ein notwendiger Umweg. An der Schönheit der sinnlichen Welt sollen wir uns freuen. Ähnlich führt auch die sinnliche Liebe allmählich zur höchsten, reinsten, geistigen Liebe. Alles Erleben soll die Seele umsetzen und dann zum Altar der Geistigkeit hinauftragen. Denn nichts, gar nichts geht verloren. Die Sinnlichkeit ist die Schule, ohne die der Mensch nie zur Geistigkeit kommen würde. Die Erde ist kein Jammertal, sie ist ein Sammelplatz, und die Menschen sind ausgesandte Boten — Gottes Engel, sagt die Bibel -, um Honig zu sammeln.