Dreizehnter Vortrag

GA 94/1906-07-10/p003 ·1906-07-10 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Zusammenfassungen und Notizen von Vorträgen u. Vortragsreihen» (Summaries and notes of lectures and lecture cycles). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Sie erinnern sich, daß ich Ihnen darlegte, wieviel bei der Entwicklung des Menschen davon abhing, daß der Mensch begann, durch die Lungen zu atmen. Seine höhere Schulung hängt nun auch mit einem Atmungsprozeß zusammen. In der Yoga-Schulung bringt der Schüler einen gewissen Rhythmus in seine Atmung, indem er Einziehen, Anhalten des Atems und Ausatmen in eine gewisse Anzahl von Sekunden bringt. Die Art und Weise dieser Atemübungen kann aber nur vom Lehrer dem Schüler angegeben werden. Durch die Übungen zur bewußten Regelung des Atemprozesses wird nichts Geringeres getan, als der Anfang zur Alchimie gemacht; dies nennt man «das Aufsuchen des Steines der Weisen». Noch an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert haben die Rosenkreuzer etwas davon gewußt, und es war noch manches davon öffentlich zu lesen. Der Okkultist weiß, daß der Mensch durch seine Kohlensäureausatmung fortwährend die Luft verpestet und Leben tötet, mehr sogar, als durch das Fleischessen Leben getötet wird. Und je materieller die Zeitalter wurden, desto schlechter war die ausgeatmete Luft, desto mehr frische Luft braucht der Mensch. Der indische Yogi atmete weniger schlechte Luft aus. Die schlechte Luft, die von den Menschen ausgeatmet wird, wird von den Pflanzen wiederhergestellt, die Sauerstoff abgeben und den Kohlenstoff aufsaugen. Den Pflanzen verdankt somit Tier und Mensch sein Leben. In den Steinkohlen geben dann die Pflanzen auch den Kohlenstoff wieder an die Menschen ab. Die Pflanze ihrerseits ist so eingerichtet, daß siemit Hilfe des Kohlenstoffs aufgebaut wird. Dieser Prozeß bildet eine vollständige und wunderbare Einheit. Genauso wie der Mensch einmal Pflanze war, so wird er in ferner Zukunft auch wieder Pflanze werden in einem gewissen Sinn, nämlich mit vollem Ich-Bewußtsein. Dann wird der Mensch das, was heute noch die Pflanzen für ihn besorgen, in sich selbst herstellen, und er wird sich seinen Ätherkörper aus dem Kohlenstoff in bewußter Weise aufbauen. Dahin zielt die Regelung des Atmungsprozesses. Der Kohlenstoff ist der Stein der Weisen. Je mehr der Mensch nach der Weisheit atmet, um so reiner und brauchbarer wird die Luft um ihn herum. Die Chemie wird sich bald mit dieser Frage beschäftigen. Wer eine Zeitlang rhythmisch geatmet hat, bekommt Gewalt über seine astralischen Sinne. Der Europäer muß sehr vorsichtig mit Atemübungen sein und sie erst spät nach entsprechender Anweisung beginnen.

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