Dreizehnter Vortrag
Die dritte Schulungsart, die aber für die gegenwärtige Menschheit die geeignetste ist, weil der Wissenschaft am meisten gewachsen, ist die rosenkreuzerische. Sie geht von Christian Rosenkreutz aus, jener großen Individualität, die seit ihrer Einweihung immer wieder inkarniert war. Ihre Schulung ist die allerfreieste, ich habe sie an verschiedenen Orten schon geschildert. Auf diesem Wege ist der Lehrer nur der Anreger, er gibt nur Ratschläge. Aber gerade in dieser Schulung ist am meisten Gefahr, daß der Schüler durch seine volle Freiheit zu leicht die devotionelle Stimmung verliert und sich dadurch selbst Steine in den Weg legt. Der Lehrer ist hier der Diener des Schülers, und dessen Devotion soll ein freies Geschenk sein. In der Gegenwart verlangt die rosenkreuzerische Schulung vom Schüler besonders ein ausgebildetes Denken, vor allem ein sinnlichkeitsfreies Denken. Dazu ist «Die Philosophie der Freiheit» und «Wahrheit und Wissenschaft» geschrieben worden. In diesen Büchern ist noch nichts von eigentlicher Theosophie enthalten. Sie können aber als Stützpunkte und Wegweiser für den europäischen Zögling dienen.