Vierzehnter Vortrag
Die erste Stufe ist die Fußwaschung. Man kommt zu ihr, indem man monatelang in folgenden Vorstellungen zu leben versucht: Die Pflanze kann nicht leben ohne das unter ihr stehende Mineralreich. Könnte sie sprechen, sie müßte sagen: Du Steinreich, du bist zwar niedriger als ich, aber dir verdanke ich mein höheres Dasein. Und wenn der Mensch sich im Leben umsieht, so muß er sich eingestehen: Habe ich es im Geistigen weit gebracht, so müssen dafür andere für mich arbeiten. Wir müssen uns deshalb in Demut und Dankbarkeit zu denen hinunterneigen, die unter uns stehen. «Wer da will der Erste sein, der wird der Letzte sein im Himmelreich», lautet ein Wort des Evangeliums. Diese Übung führt schließlich zum inneren Bilde der Fußwaschung. Christus wäscht den Aposteln die Füße, um ihnen den Tribut seines Dankes darzubringen. Wer in diesen Demutsvorstellungen lebt, der merkt, daß ihm in Form eines Astraltraumes das Bild der Fußwaschung erscheint. Dadurch wird das im Johannes-Evangelium Geschilderte zum Eigenerlebnis.