Zweiter Vortrag
Die Erde war nicht immer so wie heute. Ihr Antlitz hat sich wiederholt umgebildet, die heutigen Kontinente waren nicht immer da. Während der vorletzten Erdperiode war da, wo heute der Atlantische Ozean wogt, ein Kontinent, die Atlantis. In uralten Sagen haben sich Spuren davon erhalten und die Kunde ihres Unterganges. In der Bibel ist die Sintflut damit gemeint. Die andersgearteten Urväter, deren Nachkommen wir selbst sind, haben das erlebt. In dieser alten Atlantis herrschten ganz andere Luft- und Wasserverhältnisse als jetzt. Das Ganze war in einen dichten Nebel gehüllt. Im Worte Nebelheim, Niflheim haben wir noch einen Anklang daran. Nicht gab es Regen und nicht Sonnenschein; statt Regen nur Nebelströmungen, statt Sonne nur diffuses Erhellen. Erst nach langen Zeiträumen schlug der Nebel sich nieder als Wasser. Die Sonne drang nur ein klein wenig, wie eine schwache Ahnung, durch den steten Nebel. In solcher Umgebung lebte der Mensch auch ein ganz anderes Seelen- und Geistesleben als heute. Erst gegen das Ende der atlantischen Periode, etwa in der Gegend des heutigen Irland, zeigt der Mensch zum ersten Male das Ich-Bewußtsein, kann der Mensch klar und logisch denken. Im Nebel hatte es keine Möglichkeit gegeben, die Gegenstände so abzugrenzen wie heute. Ein Bewußtsein, wie wir es haben, lernt der Mensch erst an seiner Umgebung entwickeln. In demselben Maße als die Gegenstände aus dem Nebel heraustauchten, lernte das physische Auge sehen; in demselben Maße entwickelte sich auch die Bewußtseinsseele und innerhalb derselben das von sich selber wissende Ich. Sprechen konnte der Mensch schon damals.