Zweiter Vortrag
Der Mensch empfindet das Emporwachsen in diese zwei Stufen als eine Erschließung neuer Welten, neuer Umgebungen, vergleichbar nur mit den Empfindungen des Kindes, wenn es bei der Geburt aus dem dunklen warmen Mutterschoße in die kalte helle Welt heraustritt. Der Moment des Erzeugens von Budhi wird in allen Mysterien zweite Geburt, Neugeburt, Erweckung genannt. Wie früher der Mensch eine Welt des Inneren verließ, von der nur Nachklänge im Traum vorhanden sind, so betritt er eine neue Welt als Erweckter dieselbe Welt auf höherer Stufe. Zu jenen alten Zeiten nahm der Mensch die Welt wahr mit Hilfe seiner eigenen Innenbilder. Auf der künftigen Stufe des höheren Hellsehens tritt der Mensch aus sich heraus und sieht hinter die Wesenheit der Dinge, er sieht ihre Seelen. Es ist ein Hellsehen, das sich nach außen richtet und das «An sich» der Dinge heraushebt. Der Seher dringt zum Beispiel hinter die Oberfläche der Pflanze, des Steins hinunter. Dieses nach außen gerichtete Hellsehen erhellt bei voller Verstandeswachheit nicht nur den Urgrund seiner eigenen Seele, sondern auch den der Wesenheiten und Dinge außerhalb seiner selbst. So geht die Entwickelung vor sich.