Zweiter Vortrag
So haben wir im Physischen die Kraft des Fortpflanzungsvermögens, durch welche das Leben über den Eigenleib hinaus erzeugt und weitergegeben wird, zu etwas Dauerndem wird. Und wie die physischen Zeugungsorgane leibliches Leben, so geben die wortzeugenden Organe - Zunge und Kehlkopf, Odem - geistiges Leben weiter wie Zündungsapparate. Im Physiologischen ist der enge Zusammenhang zwischen Stimme und Zeugung offensichtlich. Er tritt uns entgegen im Nachtigallensang, im Balzen, Stimmwechsel, Stimmzauber, im Gesang, Gurren, Krähen, Röhren. Wir können geradezu den Kehlkopf das höhere Geschlechtsorgan nennen. Das Wort ist Zeugungskraft für neue Menschengeister, der Mensch erreicht im Worte eine vergeistigte Schöpferkraft. Heute beherrscht der Mensch die Luft mit dem Wort, indem er sie rhythmisch-organisch gestaltet, erregt, belebt. Auf höherer Stufe vermag er das in dem flüssigen und zuletzt in dem festen Element. Dann haben Sie das Wort umgestaltet zum Schöpferworte, Der Mensch wird in seiner Entwickelung das erreichen, denn es war ursprünglich so da. Der Lebensleib, hervorgeströmt aus dem Worte des Urgeistes, - das ist wörtlich zu nehmen. Deshalb wird Budhi das «Wort» genannt, was nichts anderes heißt als: Ich bin.