Zwölfter Vortrag
Eignet sich nun ein Mensch durch irgendwelche magischen Kunstgriffe höhere Kräfte an, ohne dies zu berücksichtigen, so ist er in einer üblen Lage. Im jetzigen Leben ist das Geistige und Leibliche so durcheinandergemischt, wie etwa in einem Glase eine blaue und eine gelbe Flüssigkeit. Mit der okkulten Entwickelung beginnt nun etwas, was dem Vorgange ähnelt, wenn der Chemiker diese beiden Flüssigkeiten trennt. Ähnlich wird Seelisches und Leibliches geschieden. Damit verliert der Mensch aber die Wohltaten dieser Mischung. Der gewöhnliche Mensch ist dadurch, daß die Seele im physischen Leib steckt, keinen Leidenschaften unterworfen, die allzu grotesk sind. Durch diese Trennung aber kann es nun vorkommen, daß der physische Leib sich selbst überlassen wird mit seinen Eigenschaften, und das kann zu allerlei Exzessen führen. So kann es vorkommen bei einem Menschen, der in okkulter Entwickelung begriffen ist, wenn er nicht darauf achtet, moralische Eigenschaften zu fördern, daß dann tatsächlich schlechte Eigenschaften zutage treten, die sich sonst nicht gezeigt haben würden. Er wird plötzlich lügnerisch, jähzornig, rachsüchtig; alle möglichen Eigenschaften, die vorher gemildert waren, treten kraß heraus. Ja, das kann schon vorkommen, wenn sich jemand ohne moralische Entwickelung zuviel mit den Weisheitslehren der Theosophie beschäftigt.