Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesen
Wenn der Mensch an die Geisteswissenschaft herankommt, gerät er leicht in einen Zwiespalt. Diesen Zwiespalt müssen Sie sich klar vor die Seele stellen. Von zweierlei Art sind viele Menschen, die zur Theosophie kommen. Die einen sagen: Ich will helfen, ich will ein wertvolles Glied der Gesellschaft sein - und sie verstehen darunter, die theosophische Bewegung soll ihnen die Mittel geben, gleich morgen anzufangen. Die anderen machen sich vielleicht nur die Illusion vot, helfen zu wollen. In Wahrheit aber wollen sie nur ihre Neugierde befriedigen, etwas für sie Sensationelles erfahren. Beide Gruppen werden nicht die richtigen Mitglieder innerhalb der Theosophischen Gesellschaft werden. Denn diejenigen, die gleich morgen helfen wollen, bedenken nicht, daß man erst lernen und etwas können muß, um zu helfen. Ihnen muß gesagt werden: Ihr müßt Geduld haben, in euch selbst diejenigen Kräfte und Mittel zu entwickeln, durch die ihr zu Helfern für eure Mitmenschen heranreift. In dieser Weise müssen sich die einen bescheiden. Die anderen aber, die nur ihre Neugierde befriedigen wollen, müssen sich klarmachen, daß kein einziges der Mittel und keine einzige der Fähigkeiten, die ihnen gegeben werden, unter einem anderen Gesichtspunkte angenommen werden sollten, als in der Absicht, ein dienendes Glied der ganzen Menschheitsentwickelung zu werden. Dafür ist eine lange Zeit notwendig. Die Theosophische Gesellschaft soll zuerst das feste Bewußtsein und das Wissen von der Ewigkeit und dem geistigen Dasein erzeugen. Wer dieses Bewußtsein in sich trägt, der sagt sich: Es ist Zeit, ich kann Geduld haben, ich entwickle mich ruhig. Ich werde nicht gleich von meinem jetzigen unvollkommenen Standpunkt aus alles Mögliche unternehmen wollen, um die Menschheit zu reformieren und so weiter.