{"corpus":"steiner","locus":"GA 96/1906-10-08/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Im Sinne dieser zwei Erfordernisse wurde die theosophische Weltanschauung vor einigen Jahrzehnten ins Leben gerufen und der Menschheit zugänglich gemacht. Das Wissen, das wir im Laufe der Jahre aufgenommen haben, alles das, was in dieser Zeit schon gesagt worden ist, lassen wir nochmals durch die Seele ziehen, denn je öfter .man dies tut, desto besser ist es. Das Wissen soll sich in eine lebendige Kraft des Wollens verwandeln. Daher werden die älteren Mitglieder manches nochmals hören, was sie schon vernommen haben, vielleicht in einem anderen Zusammenhang, vielleicht auch nur zur Auffrischung des Gedächtnisses. Unter diesem Aspekt ist die theosophische Weltanschauung vor einigen Jahrzehnten ins Leben gerufen worden. Was war sie früher? Sie war das, was man eine Geheimlehre oder okkulte Lehre nennt, also etwas, was im engeren Kreise von besonders zugelassenen Menschen getrieben wird. Nach strengen Prüfungen des Wollens, Fühlens und Denkens wurden die Schüler in früheren Zeiten zu diesen geschlossenen Zirkeln, den esoterischen oder okkulten Bruderschaften, zugelassen. Von diesen Bruderschaften gingen jene Wirkungen aus, die in der Zukunft von einem größeren Kreise von Menschen ausgehen sollen. Immer mehr Menschen werden künftig aufgerufen, diese Wirkungen auszuüben. Ein kleiner Kreis von Auserlesenen, von Erwählten, übte die Wirkung immer aus, zu der die theosophische Bewegung befähigt werden soll. Ob es die Jünger des Hermes oder die Schüler der Eleusinien, die ägyptischen oder die christlich-gnostischen Geheimschulen oder in Europa die Rosenkreuzer waren, immer gingen von den engbegrenzten Bruderschaften gewaltige Wirkungen aus. Wenn auch der heutige Mensch in seiner verstandesmäßigen Wissenschaft nichts oder so gut wie nichts davon weiß, so ist es doch eine Tatsache, daß von solchen Bruderschaften alle Geisteskultur und durch diese wieder alle matetielle Kultur ausgegangen ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesen","site_heading":null,"date":"1906-10-08","location":null,"word_count":276,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1906-10-08/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1906-10-08/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/96/1906-10-08/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}