Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesen
Nehmen wir Hölderlin an. Das ist ebenfalls ein Fall, der von den Irrenärzten aufs Korn genommen worden ist. Hölderlin ging an der Sehnsucht nach dem alten Griechenland zugrunde. Der Irrenarzt sagt: Er litt an einer Gehirnkrankheit und alles andere ist äußeres Symptom. Die Gehirnkrankheit war vielleicht schon durch eine erbliche Anlage da. So wäre es unmöglich, von dem, was man heute Geistesleben nennt, auf die Konstitution des Organismus, zunächst auf die Konstitution des Gehirns, zurückzuwirken. Sie sehen, diese Forschungen der modernen Psychiatrie führen ins Bodenlose. Der physische Leib wird als etwas Gegebenes hingenommen, und das Geistige ist nur wie ein Dunst, der vom physischen Leibe ausgeht. Selbst die höchsten geistigen Fähigkeiten, selbst die Leistungen unserer Genies, insofern sie abnorm sind, werden von solchen materialistischen Forschern auf eine abnorme Gehirntätigkeit zurückgeführt. So wird es Ihnen der Irrenarzt, der Psychiater sagen. Was Sie ihm auch immer entgegnen - er wird dabei bleiben, daß alles Geistesleben von der physischen Organisation abhängig ist. Soweit die positive Behauptung geht, ist sie richtig, denn das, worum es sich eigentlich handelt, kennt man in diesen Kreisen gar nicht; das ist völlig unbekannt.