{"corpus":"steiner","locus":"GA 96/1906-10-08/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So haben wir es mit einem Doppelsein des Geistes zu tun. Wir haben den Geist, der uns zunächst an der Oberfläche in den Naturerscheinungen, in Kunst und Wissenschaft und in den ökonomischen Erzeugnissen der Technik und der Industrie erscheint. Dieser Geist ist ein Erzeugnis des physischen Lebens. Aber hinter diesem steht sein Schöpfer, und der ist wieder Geist. Durch ein Bild machen Sie sich das klar. Sie denken sich, ich hätte hier Wasser, das ich durch eine bestimmte Prozedur so abkühle, daß es Eis wird. Wenn wir einen Teil des Eises so erwärmen, daß es wieder zu Wasser wird, dann haben wir ein dreifach Verschiedenes: das ursprüngliche Wasser ringsherum, das Eis und das, was wiederum zu Wasser wird. So betrachten Sie das menschliche Gehirn. Der Geist, der die ganze Welt ausfüllt, hat sich zum Gehirn verdichtet wie das Wasser zum Eis, und vom Gehirn werden wieder die Gedanken abgeschieden wie das Wasser von dem erwärmten Eis. So können Sie alles Materielle im Grunde genommen wie eine Verdichtung des Geistes auffassen, wie eine Zusammenziehung des Geistes, und das Geistige, das in der Welt erscheint, können Sie betrachten als hervorgegangen aus dem Physischen. Der Materialismus sieht nur die verdichtete Materie und hat vergessen, daß hinter der materiellen Welt das Geistige steht, daß über den Dingen ein Geistiges existiert, das die Materie hervorbringt. Die theosophische Bewegung soll wieder zu dem Geiste hinführen, der hinter dem Materiellen steht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesen","site_heading":null,"date":"1906-10-08","location":null,"word_count":234,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1906-10-08/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1906-10-08/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/96/1906-10-08/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}