Die geistige Erkenntnis als höchstes Befreiungswesen

GA 96/1906-10-08/p025 ·1906-10-08 · original (original)
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So hoffe ich, daß Sie ein wenig empfunden haben, wie sich der Mensch in den Kulturprozeß hineinreihen soll, wie er zwischen der einen Säule, der Geduld, hindurchwandern kann, indem er lernt und nicht zu früh eingreifen will, und zwischen der andern Säule, dem Willen, ein dienendes Glied im Entwickelungsgang der Menschheit zu sein. Das kann er, wenn er immer mehr durch die Sinne die Dinge auf sich wirken läßt und so zum schöpferischen Geist vordringt. Das muß man fühlen, in sich erleben, dann ist man Theosoph. In einem weit höheren Maße müssen die Menschen in der Zukunft frei werden, als sie es in der Vergangenheit waren, und vor allem auch in einer viel größeren Anzahl. Es ist noch nicht lange her, da gab es in Mitteleuropa nur wenige Menschen, die wirklich frei waren. Kleine Zentren waren es, aus denen die Kultur herausstrahlte. Auf die anderen ging sie dann in der Gestalt von Anschauungen und Meinungen über, so daß sie glaubten, alles übrige sei irrig. Auch Rousseau glaubte, er gäbe nur seine Meinungen, sein Innerstes wieder, während er doch von ganz woandersher beeinflußt war.

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