Die Technik des Karma
Nehmen wir an, ein Durchschnittsmensch der heutigen Zeit habe eine Leibspeise, er habe seine Lust an dieser Speise. Diese Lust an der Speise hat er nicht etwa im physischen Leibe. Der nimmt nur die Speise auf, das sind physische Vorgänge. Diese physischen Vorgänge können sich als chemischer Prozeß zutragen. Das ist aber nicht der Genuß an der Speise. Den Genuß enthält die Seele des Feinschmekkers. So ist es bei allen Freuden und Schmerzen, welche die Seele erlebt. Um den Genuß an einer Speise zu haben, braucht der Mensch natürlich das physische Werkzeug, um diese Speise in sich aufzunehmen. Wenn die Seele sich an schönen Farben oder anderen Dingen erquickt, ist es notwendig, daß ein physisches Auge da ist, damit die Freude an der Farbe in die Seele einziehen kann. Das, was verlangt in der Seele, durch die Sinne befriedigt zu werden, ist Kama. Im Kamaloka lechzt die Seele noch nach dem Genuß, aber ihr fehlen nach dem Tode die Organe, um die Begierden zu befriedigen. Da kommt in die Seele eine Empfindung besonderer Art. Man kann sie mit dem vergleichen, was in der Seele vorgeht, wenn man durch eine Wüste geht, in der kein Quell ist, während man einen brennenden Durst hat. Der Zustand nach dem Tode ist also dadurch bedingt, daß die Organe zur Befriedigung der Begierden fehlen. Da erlebt der Mensch einen brennenden Durst, und zwar so lange, bis alle Begierde geschwunden ist. Je mehr er sich in diesem Leben davon befreit hat, durch die Sinne befriedigt zu werden, je mehr er sich das Schöne, das Gute der Welt, das Reine, die leibfreien Ideen angeeignet hat, desto schneller geht die Kamalokazeit vorüber. Hat er sich gar in die geistige Welt eingelebt, hat er seine Seele mit den Vorstellungen und Gedanken durchdrungen, die hinter der Sinnenwelt stehen, dann ist seine Kamalokazeit kurz.