{"corpus":"steiner","locus":"GA 96/1906-10-22/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Zwei Begriffe müssen wir uns aneignen. Wir müssen eine Empfindung in Betracht ziehen, die im Moment des Sterbens mit starker Intensität auftritt. Gleichzeitig mit dem Erinnerungsbilde empfindet der Mensch, daß er immer größer und größer wird. Die Bilder, die ihn umgeben, welche die Bilder des vergangenen Lebens sind, vergrößern sich ebenfalls. Indem der Mensch sich noch im Ätherleib befindet, wächst er sozusagen in seine Umgebung hinein. Wenn der im Ätherleib befindliche Mensch ein Ereignis erlebt hat, das sich fünfzig Meilen entfernt abgespielt hat, dann ist das so, als ob er sich bis zu dem Schauplatz des Ereignisses ausdehnte. Wenn er einmal in Amerika war, fühlt er sich hinauswachsen bis nach Amerika. Im Ätherleib empfindet der Mensch das Immer-größer-Werden. Im Astralleib fühlt er sich dagegen aufgestückelt in verschiedene einzelne Teile. Er empfindet den astralischen Leib keineswegs als eine räumliche Einheit. Es gibt zum Beispiel Gallwespen, deren Vorder- und Hinterleib nur durch einen ganz dünnen Stiel verbunden sind. Das ist ein Beispiel dafür, wie auch in der physischen Welt zwei zueinandergehörige Teile nur durch eine Verbindung von sehr geringer Ausdehnung zusammengehalten werden. In der astralischen Welt kann es nun vorkommen, daß sogar überhaupt keine Verbindung zwischen zwei Teilen da ist und dennoch der eine Teil zum anderen gehört und diese Zugehörigkeit durchaus empfunden wird. Im Astralleib kann sich der Mensch an den verschiedensten Orten zugleich befinden. Wenn ein Mensch, der durch das Kamaloka hindurchgeht, in seinem Erdenleben einmal einem anderen einen physischen oder seelischen Schmerz zugefügt hat und im Rückwärtserleben zu diesem Zeitpunkt gelangt, dann fühlt er sich in dem anderen darin und erlebt dessen Schmerz in seinem eigenen Astralleibe. Alle Erlebnisse und Taten des vorangegangenen Erdenlebens werden in diesem Empfindungsspiegel zum zweitenmal vorgefunden. Das ist auch ein Teil des Kamalokalebens.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Technik des Karma","site_heading":null,"date":"1906-10-22","location":null,"word_count":289,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1906-10-22/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1906-10-22/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/96/1906-10-22/p014","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}