Das Vaterunser: Eine esoterische Betrachtung

GA 96/1907-01-28_02/p043 ·1907-01-28 · original (original)
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Jetzt denken Sie sich einmal diese ganze Menschennatur, die niedere Vierheit und die höhere Dreiheit, vor Ihre Seele gerückt, so daß Sie sich sagen können: In dem einzelnen Menschen lebt ein göttlicher Tropfen, und der Mensch ist in seiner Entwickelung zu dem Göttlichen hin, zur Ausprägung seiner tiefsten innersten Natur. — Hat er einmal diese tiefste innerste Natur ausgeprägt, dann hat er durch allmähliche Entwickelung sein eigenes Wesen in dasjenige verwandelt, was im Christentum der «Vater» genannt wird. Was verborgen in der menschlichen Seele ruht, was als das große Ziel der Menschheit vorschwebt, das ist der «Vater im Himmel». Will der Mensch sich zu dem hin entwickeln, dann muß er die Kraft haben, seine höhere Dreiheit und seine niedere Vierheit zu dem Punkte zu entwickeln, daß sie in richtiger Weise den physischen Leib erhalten: Der Äther- oder Lebensleib muß mit den Menschen so leben, daß ein Ausgleich stattfindet mit dem, was als Schuld in ihm lebt, der Astralleib darf nicht in der Versuchung untergehen und der Ich-Leib nicht im Übel. Hinaufstreben muß der Mensch durch die drei höheren Glieder zu dem Vater im Himmel, durch den Namen, durch das Reich und durch den Willen. Der Name muß als ein solcher empfunden werden, daß er geheiligt werde. — Siehe die Dinge um dich herum an, sie sind in ihrer Mannigfaltigkeit ein Ausdruck der Gottheit! Sagst du ihren Namen, so faßt du sie als Glieder in der göttlichen Weltordnung. Was du auch in deiner Umgebung haben magst, gelte als heilig; und in dem Namen, den du ihm gibst, sieh etwas, das es zu einem Glied der göttlichen Wesenheit macht. Heilig halte es, wachse hinein in das Reich, das ein Ausfluß der Gottheit ist, und entwickle dich hinauf zu jenem Willen, der ein Atma, aber zu gleicher Zeit ein Glied der Gottheit sein wird.

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