Das Vaterunser: Eine esoterische Betrachtung

GA 96/1907-01-28_02/p055 ·1907-01-28 · original (original)
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Heute ist das Zeitalter für die Menschen, die so lange die Pflanze betrachtet und sich an ihr erbaut haben, wo sie hingeführt werden können zu dem weisheitsvollen Inhalt der Gesetze. Durch zwei Jahrtausende hindurch haben die Christen so gebetet, wie der naive Mensch eine Pflanze anschaut. In Zukunft wird er die Kraft des Gebetes erkennen aus der tiefen Urweisheit heraus, aus welcher das Gebet geflossen ist. Alle Gebete, insbesondere das Zentral-, das Mittelpunktsgebet des christlichen Lebens, das Vaterunser, sind ein Ausdruck dieser Urweisheit. Und wie sich das Licht in sieben Farben, der Grundton in sieben Tönen in der Welt zum Ausdruck bringen, so bringt sich das siebenartig sich zu seinem Gotte erhebende Menschenleben in den sieben verschiedenen Erhebungsgefühlen, die sich auf die siebengliedrige Natur des Menschen beziehen, in den sieben Bitten des Vaterunser zum Ausdruck.

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