{"corpus":"steiner","locus":"GA 96/1907-02-28/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ihre Seelen, die heute in Ihren Leibern leben, lebten einstmals in der gemeinsamen göttlichen Geistsubstanz und wurden dort somnambul erleuchtet. Ohne Ich-Bewußtsein konnten sie wahrnehmen, wie die geistig-göttlichen Kräfte schaffen. Dann wurden die Seelen eingegliedert. Dadurch wurde ihnen diese Wahrnehmung immer mehr verdunkelt und sogar die Möglichkeit genommen, diesen Zustand künstlich hervorzurufen, wie er noch in der turanischen Adeptenschule hergestellt werden konnte. Nur ein Nachklang der Empfindungen, die von Mensch zu Mensch mitgeteilt werden können, sind die religiösen Lehren und Formeln, die aus jener Urweisheit herausgeholt sind, welche die Welt selbst geschaffen hat. Die Weisheit des Alten Testamentes ist wie gesprochen von den Urideen, von der Urweisheit, die den Dingen zugrunde liegt und die Ihre Seele einstmals gehabt hat. In der Zukunft wird es nun so sein, daß die Menschen das, was sie ursprünglich im dumpfen Traumbewußtsein besessen haben, wiederum, aber jetzt in hellem, klarem Bewußtsein, aus der Seele heraus haben werden. Der Mensch wird sein gegenwärtiges helles, klares Bewußtsein haben und dazu die Erleuchtung. Zur Erlangung des Selbstbewußtseins mußte der Mensch die ursprüngliche Hellsichtigkeit aufgeben, und je mehr diese ursprüngliche Hellsichtigkeit heruntergedämpft wurde, desto mehr ging das innere Ich-Bewußtsein auf. Wird das einmal an seinem Gipfel angelangt sein, so wird der Mensch bei seiner letzten Inkarnation angekommen sein, in sich als Frucht seines Lebens die alte Hellsichtigkeit und ein neuerworbenes Element noch dazu.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Vaterunser","site_heading":null,"date":"1907-02-28","location":null,"word_count":224,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1907-02-28/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/96/1907-02-28/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/96/1907-02-28/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}